Schachtelhalm (Equisetum arvense)

Diese Pflanze, gekennzeichnet durch ihre starke Gliederung («Verschachtelung»), ist von einem starken Kieselprozess durchdrungen. Der Kiesel im Boden wird gelöst und in den oberirdischen Pflanzenzellen abgelagert. Der Boden wird richtiggehend «durchflossen» von den unterirdischen Planzenteilen des Schachtelhalms auf der Suche nach Wasser. Die Durchspülung der Niere sowie die Strukturierung des Bindegewebes gehören zu den Wirkungen dieser kräftigen Heilpflanze.

Niere-Blase

 

Eine ganzheitliche Herangehensweise bei Nieren- und Blasenbeschwerden ist nicht nur sinnvoll – sie ist oft die erste und beste Wahl. Mit Wärme, ausreichend Flüssigkeit in Form von Heilkräutertee, komplementärmedizinischen Arzneimitteln und sorgfältiger Hygiene lassen sich viele Fälle erfolgreich behandeln. Wer Prävention betreibt durch unterstützende naturheilkundliche Massnahmen, kann wiederkehrende Infekte nachhaltig verhindern.

Damit bei wiederkehrenden Beschwerden sofort mit der Selbsthilfe begonnen werden kann, empfiehlt es sich, die Hausapotheke entsprechend auszurüsten: Mit einem Nieren-Blasen-Tee sowie komplementärmedizinischen Arzneimitteln Ihrer bevorzugten Therapierichtung. Lassen Sie sich hierzu durch Fachpersonen beraten. Oftmals lässt sich so eine erneute Antibiotikagabe und ein Teufelskreis mit wiederkehrenden Infektionen verhindern.

  Selbstmedikation hat Grenzen

Die folgenden Empfehlungen basieren auf naturheilkundlichen und komplementärmedizinischen Erfahrungen. Grundsätzlich gilt: Nieren- und Blasenbeschwerden sollten schon bei ersten Anzeichen behandelt werden. Hierzu eignet sich die Komplementärmedizin vorzüglich – sie wirkt sanft, ganzheitlich und ohne Nebenwirkungen, die oft mit Antibiotika einhergehen.

Wenn nach 2–3 Tagen keine Besserung der Symptome eintritt oder Beschwerden wie Fieber, Blut im Urin oder Schmerzen im Bereich der Nieren hinzukommen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden!

Bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit sollte eine Durchspülungstherapie mit Arzneipflanzen nicht in der Selbstmedikation, sondern nur nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt werden.

 

Abkürzungen / Symbole /                  

 

Akute Harnwegs- und Blaseninfekte

Eine bakterielle Entzündung von Harnwegen und Blase macht sich durch ständigen Harndrang bemerkbar, dem nur spärlich Urin folgt, begleitet von Schmerzen beim Wasserlassen. Infektionen treten besonders häufig bei Frauen auf – ein Umstand, der auf die kürzere Harnröhre als beim Mann zurückzuführen ist und die es Bakterien erleichtert, in die Blase zu gelangen. Die Ursache liegt oft darin, dass Bakterien aus dem Analbereich verschleppt werden.

Wie bei allen Infektionen ist nicht nur der Erreger die Ursache einer Blasenentzündung, sondern bloss deren Auslöser. Damit diese Organismen zu einer Infektion führen können, müssen schwächende Faktoren vorliegen. Kälte schwächt die Unterleibsregion, drosselt die Durchblutung und somit die Durchwärmung. Hierbei hilft der Jahreszeit angepasste, wärmende Kleidung. Achten Sie immer auf warme Füsse!

Unkomplizierte Fälle von akuten Blaseninfekten lassen sich meist durch natürliche Selbsthilfe behandeln. Eine Durchspülungstherapie, ergänzt durch Massnahmen mit desinfizierend wirkenden Pflanzen, ist eine bewährte Alternative zu einer verfrühten Antibiotikabehandlung. Im Zweifelsfall sollte immer der Rat einer Fachperson eingeholt werden.

Aquaretisch wirksame Heilpflanzen für eine "Durchspülungstherapie"

Bei der Durchspülungstherapie werden mehrere Tassen eines sanft nierenanregenden Nieren-Blasen-Tees – etwa mit Goldrute, Birkenblättern, Schachtelhalm, Brennnessel oder Löwenzahn (siehe unten) – verteilt über den Tag getrunken. Gleichzeitig sollte mindestens ein Liter mehr getrunken werden als sonst üblich. Durch diese starke Durchspülung werden die Keime ausgeschwemmt und können weniger leicht in die Blase aufsteigen. Das Immunsystem des Menschen wird mit den restlichen Keimen in der Regel innerhalb von zwei bis drei Tagen selbst fertig.

Es ist ratsam, eine Teemischung zusammenzustellen – jede Arzneipflanze wirkt anders, und gemeinsam sind sie stärker wirksam als die Einzelbestandteile. Apotheken und Drogerien beraten Sie gerne und haben meist eine Hausteemischung vorrätig.

Folgende Arzneipflanzen können Bestandteile eines Nieren-Blasentees sein:

Desinfizierend wirkende Heilpflanzen

Zusätzlich zu einer Durchspülungstherapie können desinfizierend wirkende Heilpflanzen verwendet werden. Nach spätestens drei Tagen sollten die Beschwerden jedoch am Abklingen sein.

Diese Heilpflanzen sollten jedoch nur angewendet werden, wenn sichergestellt ist, dass es sich um einen Infekt handelt, bei einer Reizblase sind sie nicht notwendig. Dies kann durch eine Fachperson mittels Urin-Messtreifen abgeklärt werden.

Wärmehaushalt anregen

Besonders wichtig ist auch die Durchwärmung des Unterleibs. Kälte in jeglicher Form schwächt die Unterleibsregion, drosselt die Durchblutung und somit auch das Immunsystem. Hier hilft der Jahreszeit angepasste, wärmende Kleidung.

 

Rezidivierende (wiederkehrende) Infekte

Tritt die Blasenentzündung häufiger auf, liegt wahrscheinlich eine rezidivierende Blasenentzündung vor. Es sollte ärztlich abgeklärt werden, ob spezielle Gründe dafür auszumachen sind. Generell sind hygienische Aspekte zu beachten, etwa Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr, um eventuelle Keime auszuspülen. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Trinkmenge, damit die Blase regelmässig entleert werden kann.

Rückfallvorbeugung

 

Preiselbeere / Cranberry

Die in den Säften dieser beiden Früchte enthalten Pflanzeninhaltsstoffe (v. a. die Anthocyane) erschweren das Haftung von Bakterien an die Blasenwand und eignen sich gut in der Vorbeugung und zu Beginn einer Harnwegsinfektion.

Wärmeorganismus anregen

Auch in der Prophylaxe sollte darauf geachtet werden, dass der Unterleib genügend durchwärmt ist. Wärmende Auflagen über der Blasengegend mit einem Heublumensack oder Einreibungen mit wärmenden Ölen fördern die Beckendurchblutung, lindern Krämpfe und unterstützen die Ausscheidung. Hier haben sich Arzneimittel bewährt, die wärmende ätherische Öle (z.B. Eucalyptusöl) oder Kupfer enthalten. 

Komplementärmedizinische Arzneimittel

Medikamentös können immunstärkende Pflanzen wie Echinacea eingenommen werden. Auch Komplexhomöopathika können die Selbstheilungskräfte des Organismus unterstützen.

Psychosomatische Aspekte

Psychosomatisch sollten auch seelische Belastungen im beruflichen oder privaten Umfeld betrachtet werden – diese können auch in einem Zusammenhang mit wiederkehrenden Blasenentzündungen stehen. Stress, Überforderung oder ungelöste Konflikte schwächen das Immunsystem und fördern Rezidive. Eine achtsame Lebensweise, Entspannungstechniken oder psychologische Unterstützung können hier eine wertvolle Hilfe sein.

Weitere Tipps

  • Kneipp Anwendung unterstützen das Immunsystem.
  • Richtige Wischtechnik beim Toilettengang (von vorne nach hinten).
  • Genügend trinken, damit die Blase regelmäßig entleert wird – und sich Keime nicht „festsetzen“ können, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Keine aggressiven Intimprodukte verwenden – stattdessen  Pflege mit zertifizierter Naturkosmetik.
  • Auf eine basenbildenden Ernährung (viel Obst und Gemüse) umstellen. Dadurch ändert sich der pH-Wert des Urins nachweisbar, und die pathogene Keimflora in den ableitenden Harnwegen lässt sich erheblich reduzieren.  

 

Reizblase

Die Reizblase ist gekennzeichnet durch ständigen Harndrang mit spärlichem Urinabgang. Neben dem permanenten Drang zur Toilette berichten Betroffene teilweise auch von gelegentlichen Inkontinenzepisoden. Bevor eine Behandlung eingeleitet wird, sollten organische Ursachen sowie eine mögliche Keimbesiedlung durch Untersuchungen ausgeschlossen werden

Von einer Reizblase sind fast ausschliesslich Frauen im mittleren Lebensalter betroffen. Die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. In der medizinischen Fachdiskussion werden nicht nachweisbare Infekte, ein Östrogenmangel, sowie psychosomatische Faktoren als mögliche Auslöser diskutiert.

Erstmassnahmen, welche die Blase in ihrer Funktion unterstützen, den Harn zurückzuhalten, können individuell getroffen werden. Hierzu gehören Entspannungsübungen, aber auch pflanzliche Arzneimittel.

Behandlungsansätze Reizblase

Da die Ursachen unklar sind, orientiert sich die Behandlung häufig an den bewährten Massnahmen gegen Blasenentzündungen.

Zusätzlich kann die Einnahme von Kürbiskernen Erleichterung verschaffen

Nieren-Blasen-Tee

Damit es durch den spärlichen Harnabgang nicht zu einem Aufstieg von Keimen in die Blase kommt, ist es sinnvoll, wassertreibende Heilpflanzen anzuwenden. Hierzu gehören v.a. Goldrute und Schachtelhalm, aber auch alle anderen Heilpflanzen die oben unter "Durchspülungstherapie" erwähnt wurden.

Entspannende, beruhigende Heilpflanzen

Als weitere Bestandteile zu einem Durchspülungstee können Hopfen und Johanniskraut hinzugefüg werden – diese verhelfen Betroffenen zu mehr Ausgeglichenheit.

 AOI Aus der anthroposophischen Medizin haben sich Präparate mit Bryophyllum (Keimzumpe) bewährt. 

Weitere Tipps

  • Entspannungsübungen
  • Gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur hat sich als besonders wirksam erwiesen und kann überraschend gute Ergebnisse erzielen.

 

Prostatabeschwerden

Eine vergrösserte Prostata ist kein Schicksal – sie lässt sich meist gut mit natürlichen Mitteln und Lebensstiländerungen lindern. Wichtig ist jedoch, die Symptome ernst zu nehmen und regelmässig ärztlich abklären zu lassen. Kürbiskerne, Bewegung und ein entspannter Beckenboden sind einfache, wirksame und gut verträgliche Massnahmen für die Prostata-Gesundheit.

  Selbstmedikation hat Grenzen

Jede Veränderung des Wasserlassens sollte abgeklärt werden. Wichtig ist, eine Prostatitis (Entzündung) oder gar Prostatakrebs auszuschliessen. Auch bei gutartiger Vergrösserung ist eine regelmässige Kontrolle sinnvoll – besonders ab 50 Jahren oder bei familiärer Vorbelastung.

Bei schweren Beschwerden (Stadium III), Harnverhalt, Nierenbeeinträchtigung oder wenn pflanzliche Therapien nicht ausreichen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Diese birgt jedoch Risiken – insbesondere für die Sexualfunktion – und sollte daher nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen.

 Ab dem 50. Lebensjahr beginnt bei vielen Männern die Prostata (Vorsteherdrüse) langsam, aber oft unauffällig, zu wachsen. Diese gutartige Vergrösserung – medizinisch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt – ist eine normale Alterserscheinung. Sie betrifft etwa 50 % der 50-Jährigen und bis zu 75 % der über 80-Jährigen.

Die Prostata liegt direkt unterhalb der Harnblase und umgibt den oberen Teil der Harnröhre. Mit zunehmendem Alter verändert sich das hormonelle Gleichgewicht – vor allem sinkt der Testosteronspiegel – und die Drüse wächst.

Brennen beim Urinieren, vermehrter Harndrang besonders in der Nacht, schwacher oder unterbrochener Urinstrahl und das sogenannte Nachträufeln sind typische Symptome, die auf eine vergrösserte Vorsteherdrüse – die Prostata – hindeuten können. Dies führt zu Störungen beim Wasserlassen, denn es verbleibt ein Restharn in der Blase, was zu erneutem Harndrang führt. Solche Beschwerden können die Lebensqualität stark beeinträchtigen – insbesondere die nächtliche Schlafqualität.

Behandlungsansätze Prostatavergrösserung

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Treten erste leichte Beschwerden auf, leisten naturheilkundliche Mittel gute Dienste. Bevor eine Operation erwogen wird – die sich negativ auf die Sexualfunktion auswirken kann – sind mehrmonatige Behandlungen mit pflanzlichen Mitteln sinnvoll.

Bewährte Optionen für die Prävention und Behandlung sind Kürbiskerne, Tee aus Brennesselwurzel und Präparate aus Sägepalmenfrucht welche die subjektiven Beschwerden lindern können. Eine Rückbildung der Vergrösserung ist dadurch aber nicht zu erwarten.

Wichtig: Ausreichende Bewegung ist extrem förderlich für eine gesunde Prostata. Ebenso ein entspannter Beckenboden, der mithilfe gezielter Übungen und/oder dank eines erfüllten Liebeslebens gefördert wird. 

Alkohol und Koffein sollten abends zurückhaltend konsumiert werden, da sie den nächtlichen Harndrang verstärken können.

 

 

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